Tschechische Armee schießt noch immer nicht mit neuen Haubitzen. Milliardenkauf stockt, Minister schweigt

Die Caesar-Haubitzen sind noch immer nicht bei der tschechischen Armee angekommen

Eigentlich hätte die tschechische Armee bereits ab April damit beginnen sollen, ihre veralteten Dana-Haubitzen schrittweise außer Dienst zu stellen und durch moderne Caesar-Systeme auf Tatra-Fahrgestell zu ersetzen. Doch genau das ist bis heute nicht geschehen. Die militärischen Erprobungen der neuen Geschütze wurden auf unbestimmte Zeit verschoben – und ein milliardenschwerer Rüstungsvertrag steckt seither in einer Sackgasse.

Im Vertrag mit Frankreich tauchte ein neues Problem auf

Eine weitere Komplikation, die direkt aus dem mit der französischen Seite geschlossenen Vertrag erwuchs, hat die Lieferung zusätzlich verzögert. Die tschechische Armee ist damit weiterhin auf Technik angewiesen, deren Lebensdauer längst überschritten ist – obwohl der umfangreiche Rüstungsvertrag diese Situation eigentlich schon längst hätte lösen sollen.

Der Verteidigungsminister hüllt sich in Schweigen

Besonders auffällig ist, dass sich der Verteidigungsminister zu dem gesamten Vorgang bislang kein einziges Mal geäußert hat. Weder die Öffentlichkeit noch Fachkreise haben bislang eine offizielle Erklärung erhalten, warum ein derart kostenintensiver und strategisch bedeutsamer Kauf an unbekannten Hindernissen gescheitert ist.

Was sind Caesar-Haubitzen – und warum sind sie so wichtig?

Caesar ist ein hochmodernes französisches selbstfahrendes Artilleriesystem. In Kombination mit dem bewährten tschechischen Tatra-Fahrgestell sollte es die Kampffähigkeiten der heimischen Streitkräfte deutlich stärken. Innerhalb der NATO zählen diese Waffensysteme zur technologischen Spitze der Artillerie.

Die alternde Dana-Haubitze nähert sich ihrem Ende

Die Haubitze Dana wurde noch zu Zeiten des alten Regimes entwickelt – und ihr technischer Zustand spricht eine deutliche Sprache. Trotzdem betreibt die Armee sie weiter, obwohl ein moderner Ersatz längst hätte bereitstehen sollen. Jede weitere Verzögerung vergrößert den Rückstand der tschechischen Artillerie gegenüber den NATO-Verbündeten.

Wie geht es weiter?

Die entscheidende Frage bleibt, wie schnell die vertraglichen Hürden überwunden werden können und wann die Soldaten die neuen Waffensysteme tatsächlich in Händen halten. Ein Starttermin für die militärischen Erprobungen wurde bislang nicht festgelegt. Die Lage verlangt dringend nach klaren, konkreten Antworten – und zwar so bald wie möglich.

Author

  • Anja Klein ist eine professionelle Journalistin und Fotografin, die ihr Hobby zu einem groß angelegten Medienprojekt ausgebaut hat. Sie kaufte einen typischen deutschen „Klassischen Schrebergarten“ (ein kleines Mietgrundstück innerhalb der Stadtgrenzen) und dokumentiert seitdem jeden Schritt seiner Umgestaltung. Ihr Blog vereint visuelle Inspiration mit akribischer Praxis.

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