So viel teurer wird das Grillen in diesem Sommer

Die Grillsaison hat begonnen – aber zu welchem Preis?

Der Sommer lädt zum Grillen ein, doch wer in dieser Saison Rindfleisch auf den Rost legen möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr.

Rindfleisch treibt die Preise nach oben

Laut dem schwedischen Preisvergleichsdienst Matpriskollen ist Rindfleisch derzeit die Lebensmittelkategorie mit dem stärksten Preisanstieg überhaupt. Das ist kein kurzfristiges Phänomen – die Tendenz zieht sich bereits durch das gesamte Jahr.

Ulf Mazur, Geschäftsführer von Matpriskollen, bringt es auf den Punkt: „Rindfleisch steht ganz oben auf der Preisskala. Ich glaube, das war das ganze Jahr so. Es ist eine andauernde Geschichte, und die wird uns wohl noch eine Weile begleiten.“

Innerhalb eines einzigen Jahres ist Rindfleisch um rund 17 Prozent teurer geworden. Noch stärker betroffen ist Rinderhackfleisch – hier liegt der Anstieg bei etwa 22 Prozent.

Warum ist Rindfleisch so teuer geworden?

Ein wesentlicher Grund ist der anhaltende Mangel an Rindern. Nach der schweren Dürre im Jahr 2018 mussten zahlreiche Landwirte ihre Tiere vorzeitig schlachten. Viele stiegen anschließend auf den Anbau von Getreide um, statt wieder in Viehbestände zu investieren.

Gestiegene Betriebskosten und unsichere Rahmenbedingungen haben seitdem dazu geführt, dass kaum jemand neu in die Rinderhaltung eingestiegen ist – ein Ungleichgewicht, das sich direkt auf die Ladenpreise auswirkt.

Hackfleisch besonders stark betroffen

Das trifft viele Haushalte empfindlich. Hackfleisch ist nämlich die mit Abstand beliebteste Fleischform – 50 bis 60 Prozent des gesamten Fleischkonsums entfallen laut Mazur auf Hackfleisch. Entsprechend spürbar schlägt der Preisanstieg im Alltag zu Buche.

Auch Hühnchen und Fisch gehören zu den Lebensmitteln, deren Preise im Mai besonders stark gestiegen sind.

Gesamtbild der Lebensmittelpreise

Trotz der Entwicklung bei Fleisch zeigen die allgemeinen Lebensmittelpreise eine andere Tendenz. Die monatliche Statistik von Matpriskollen belegt, dass die regulären Lebensmittelpreise im Einzelhandel im Mai gegenüber dem Vormonat April um 0,2 Prozent gesunken sind.

Im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum liegen die Preise sogar 5,6 Prozent niedriger – was unter anderem mit der Mehrwertsteuersenkung vom 1. April dieses Jahres zusammenhängt. An der Fleischtheke gilt das jedoch nicht.

So kann das Grillen günstiger werden

Mit Schulabschlüssen, Abiturfeiern, Nationalfeiertagen, Mittsommer und dem bevorstehenden Urlaub stehen viele gesellige Grillabende an. Wer dabei nicht zu viel ausgeben möchte, sollte seinen Einkauf neu überdenken.

Ulf Mazurs klarer Rat lautet: Nicht die gesamte Mahlzeit um teures Rindfleisch herum aufbauen. „Denkt lieber an ein Grillbuffet“, empfiehlt er.

Ein Preisvergleich beim Grillfleisch

  • Hühnchen: etwa 100 bis 150 Kronen pro Kilogramm
  • Schweinebauch oder Schweinefleisch: häufig bis zu 100 Kronen pro Kilogramm
  • Wurst: ab rund 60 Kronen pro Kilogramm
  • Flanksteak: circa 230 Kronen pro Kilogramm
  • Rinderfilet: über 500 Kronen pro Kilogramm

Auch Halloumi ist eine lohnenswerte Alternative – der Preis für den beliebten Grillkäse ist zuletzt sogar gefallen.

Mehr Vielfalt statt weniger Genuss

Wer auch in diesem Sommer regelmäßig grillen möchte, muss nicht auf den Genuss verzichten. Die Lösung liegt in mehr Abwechslung: weniger Rindfleisch, mehr günstige Alternativen auf dem Teller – und ein Grillbuffet, das alle satt und glücklich macht.

Author

  • Anja Klein ist eine professionelle Journalistin und Fotografin, die ihr Hobby zu einem groß angelegten Medienprojekt ausgebaut hat. Sie kaufte einen typischen deutschen „Klassischen Schrebergarten“ (ein kleines Mietgrundstück innerhalb der Stadtgrenzen) und dokumentiert seitdem jeden Schritt seiner Umgestaltung. Ihr Blog vereint visuelle Inspiration mit akribischer Praxis.

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