Bestellst du bei Temu oder Shein? Neue Gebühr kommt ab 1. Juli

Eine große Veränderung für Schnäppchenjäger im Netz

Wer regelmäßig günstige Waren aus Ländern außerhalb der EU bestellt, muss sich auf eine spürbare Neuerung einstellen. Ab dem 1. Juli entfällt die bisherige Zollfreiheit für Niedrigpreissendungen – und das hat direkte Folgen für den Geldbeutel.

Für viele Online-Käufe werden die Kosten künftig höher ausfallen als bisher gewohnt. Auch längere Lieferzeiten sind nicht ausgeschlossen.

Neue Zollgebühr auf Pakete aus Drittländern

Die neuen Regelungen betreffen Sendungen mit einem Warenwert von bis zu 150 Euro. Für solche Pakete wird künftig eine pauschale Zollgebühr von drei Euro – umgerechnet rund 32 schwedische Kronen – pro Warenart fällig.

Entscheidend dabei: Die Gebühr richtet sich nicht nach dem Gesamtwert des Pakets, sondern nach dem Inhalt. Ein einziges Paket mit verschiedenen Artikeln – etwa Stifte, Radiergummis und ein Notizbuch – kann deshalb gleich mehrfach mit Gebühren belastet werden.

Carina Asplund, kommissarische Leiterin der Kontrollabteilung der schwedischen Zollbehörde, erklärte, dass diese Regelung auf einem gemeinsamen EU-Beschluss basiert, dem alle Mitgliedstaaten zugestimmt haben. Die Pauschale ersetzt damit die frühere Zollbefreiung für Kleinsendungen – und gilt einheitlich in der gesamten Union.

Temu und Shein besonders betroffen

Die Zollbehörde weist darauf hin, dass die bisherige Freigrenze dazu beigetragen hat, dass enorme Mengen an Produkten ohne Zollprüfung in den EU-Markt gelangten. Einige dieser Waren verstießen im Nachhinein gegen geltende Sicherheitsvorschriften.

Besonders spürbar dürfte die Änderung für Kunden chinesischer E-Commerce-Plattformen wie Temu und Shein sein. Beide Unternehmen standen bereits in der Kritik, weil in ihren Produkten teils unerlaubte oder gesundheitsschädliche Chemikalien nachgewiesen wurden.

Längere Bearbeitungszeiten möglich

Die Zollbehörde rechnet damit, dass die Abfertigung von Paketen nach Inkrafttreten der neuen Regeln etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen könnte. Waren müssen deklariert und die entsprechenden Gebühren entrichtet werden, bevor sie an die Empfänger weitergeleitet werden dürfen.

Gleichzeitig betont die Behörde, dass Kontrollen bereits heute stattfinden und der Mehraufwand im Wesentlichen mit den vorhandenen Ressourcen bewältigt werden soll.

Kaufverhalten könnte sich deutlich verändern

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Novus, die im Auftrag der Zollbehörde durchgeführt wurde, zeigt: Die neuen Regeln könnten das Einkaufsverhalten vieler Verbraucher nachhaltig beeinflussen. Für zahlreiche Online-Shopper wird der Preis künftig das entscheidende Argument sein, wenn es darum geht, ob sich ein Kauf bei ausländischen Plattformen noch lohnt.

Author

  • Anja Klein ist eine professionelle Journalistin und Fotografin, die ihr Hobby zu einem groß angelegten Medienprojekt ausgebaut hat. Sie kaufte einen typischen deutschen „Klassischen Schrebergarten“ (ein kleines Mietgrundstück innerhalb der Stadtgrenzen) und dokumentiert seitdem jeden Schritt seiner Umgestaltung. Ihr Blog vereint visuelle Inspiration mit akribischer Praxis.

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