Erstmals seit über 15 Jahren auf der Liste
Zum ersten Mal seit mehr als fünfzehn Jahren hat die UNO sowohl russische als auch israelische Streitkräfte in ihre jährliche Schwarzliste aufgenommen. Diese Liste erfasst Parteien, denen konfliktbezogene sexuelle Gewalt vorgeworfen wird. Damit befinden sie sich auf derselben Liste wie Organisationen etwa Hamas, die bereits im vergangenen Jahr aufgenommen wurde.
Der umfangreiche Bericht benennt insgesamt siebenundsiebzig verschiedene Gruppen in einem Dutzend Ländern weltweit.
Empörte Reaktion aus Moskau
Die Aufnahme rief sofortigen Protest bei russischen Diplomaten hervor. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja wies die Vorwürfe entschieden zurück.
„Wir werden dem Generalsekretär einen Brief schreiben, in dem wir deutlich machen, dass dies haltlose Lügen und Anschuldigungen sind, die Russland erneut als Bösewicht darstellen – wie sie es immer tun“, erklärte Nebensja.
Erschreckende Befunde bestätigt
Obwohl den UN-Ermittlern der Zugang zu Hafteinrichtungen durch lokale Behörden verweigert wurde, konnten sie Hunderte schwerwiegender Verstöße dokumentieren. In der Ukraine bestätigten die Teams 310 Fälle sexueller Übergriffe auf Kriegsgefangene und Zivilisten durch russische Sicherheitskräfte – die Mehrheit der Opfer wurde als Männer identifiziert.
Diese Erkenntnisse folgen auf Aussagen des ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinets, der berichtete, Russland setze nahezu siebenhundert verschiedene Foltermethoden ein. Gefangene würden ausgehungert, mit Elektroschocks traktiert und einer Methode ausgesetzt, bei der die Kopfhaut durch brutales Haareschneiden – bekannt als „der Barbier“ – zerrissen wird.
„Kriegsgefangene werden gewürgt, geschlagen, mit Elektroschocks behandelt, von Hunden angegriffen und manchmal gezwungen, bis zu 18 Stunden an einem Ort zu stehen. Und sobald man beginnt, sich zu ducken, wird man sofort körperlich misshandelt“, so Lubinets.
Israel kritisiert den Generalsekretär scharf
Das israelische Außenministerium reagierte unmissverständlich auf die Nachricht. In einer öffentlichen Stellungnahme bezeichnete das Ministerium die Entscheidung als „beschämend und absurd“.
Besonders ins Visier geriet UN-Generalsekretär António Guterres. Das Ministerium warf ihm vor, „seine letzten Monate als Generalsekretär zu nutzen, um grundlose Anschuldigungen gegen Israel zu fabrizieren – völlig ohne jede tatsächliche Grundlage“. Guterres‘ Amtszeit als UN-Generalsekretär endet am 31. Dezember dieses Jahres.
Dokumentierte Übergriffe gegen palästinensische Häftlinge
Das UN-Dokument beschreibt ein Muster von Übergriffen gegen palästinensische Gefangene in israelischen Einrichtungen. Ermittler bestätigten Fälle, die vierzehn Männer, sieben Frauen und zehn Kinder betreffen.
Die dokumentierten Verstöße reichten von erzwungener Entkleidung bis hin zu schweren körperlichen Traumata.













