Ein lukratives Vergütungspaket
Unternehmenslenker stehen häufig vor einem heiklen Balanceakt: Rentabilität steigern und gleichzeitig Umweltversprechen einhalten. Wenn ein Konzern seine Strategie anpasst, erregen die finanziellen Anreize für Topmanager oft genauso viel Aufmerksamkeit wie die veränderten Unternehmensprioritäten selbst.
Joshua Schulman trat im Juli 2024 als CEO bei Burberry an. Der amerikanische Manager leitete zuvor das Modehaus Coach und hat seit seinem Amtsantritt beim britischen Traditionsunternehmen eine deutlich gewachsene Vergütung erhalten.
Im Geschäftsjahr bis März erhielt er ein Gesamtpaket von 4 Millionen Pfund. Darin enthalten waren sein Grundgehalt, ein jährlicher Barbonus sowie finanzielle Unterstützung für seinen Umzug aus New York.
Milliardenziele als Voraussetzung
Ab Juli steigt sein Grundgehalt um drei Prozent. Zusätzlich wird er für ein neues langfristiges Aktienprogramm berechtigt sein — vorausgesetzt, er erreicht bestimmte Leistungsziele erfolgreich.
Sollte das Unternehmen bedeutende finanzielle Meilensteine erzielen, könnte Schulman über drei Jahre hinweg bis zu 12,2 Millionen Pfund verdienen. Diese Maximalausschüttung setzt voraus, dass der Jahresumsatz bis 2029 auf 3,1 Milliarden Pfund wächst und der Aktienkurs um 50 Prozent zulegt.
Burberry gab an, dass sein Zielgehalt bei 6,4 Millionen Pfund liegt. Damit befindet er sich nahe der Spitze britischer Managervergütungen, bleibt jedoch noch hinter seinen globalen Kollegen im Luxussegment zurück.
Danuta Gray, Vorsitzende des unternehmensinternen Vergütungsausschusses, verteidigte die neue Gehaltsstruktur ausdrücklich. Sie erklärte, diese sei darauf ausgelegt, „angemessen anreizwirksam“ zu sein und dazu beizutragen, Führungskräfte an das Unternehmen zu binden.
Der Konzern betonte, dass jede größere Auszahlung stark vom Erreichen „ehrgeiziger Leistungsziele“ abhängig sei.
Kehrtwende beim Klimakurs
Die finanziellen Anreize fallen in eine Phase, in der das Unternehmen einen umfangreichen Umstrukturierungsprozess durchläuft. Burberry meldete kürzlich eine Rückkehr zur Profitabilität mit einem Vorsteuergewinn von 49 Millionen Pfund — nach einem schwierigen Vorjahr.
Während sich die finanzielle Lage aufhellt, hat die Marke gleichzeitig beschlossen, ihr Zieldatum für Klimaneutralität um ein volles Jahrzehnt auf 2050 zu verschieben. Dies stellt eine deutliche Abkehr von den ambitionierten Klimaversprechen dar, die unter der früheren Unternehmensführung gemacht wurden.
In seinem Jahresbericht bezeichnete das Unternehmen die revidierten Ziele als „pragmatische Antwort auf externe Faktoren“. Damit reiht sich Burberry in eine wachsende Gruppe großer Konzerne ein — darunter BP und Unilever — die ihre Umweltziele angesichts wirtschaftlich herausfordernder Zeiten abschwächen.













