Ein Bücherregal voller Bücher, das trotzdem nur die Hälfte seines Potenzials ausschöpft
Das Regal im Wohnzimmer biegt sich förmlich unter der Last der Bücher, und dennoch bleibt ein Großteil seiner Kapazität ungenutzt? Es gibt eine überraschend einfache Lösung für wenige Euro, die den Stauraum realistisch verdoppelt – ganz ohne ein einziges zusätzliches Möbelstück zu kaufen.
Auf den ersten Blick wirkt es wie ein überfülltes Chaos. Buchrücken drängen sich aneinander, manche Titel verschwinden hinter anderen. Tatsächlich aber bleibt bei tieferen Regalbrettern im Wohnzimmer überraschend viel ungenutzter Platz verborgen.
Wo der Platz verschwindet – und warum wir es nicht bemerken
Der Hauptschuldige sind Taschenbücher. Sie nehmen nur einen Teil der Regaltiefe ein, und dahinter entsteht eine tote Zone, die niemand sieht oder nutzt. Wer einfach eine zweite Reihe direkt hinter die erste stellt, verliert die Buchrücken der hinteren Reihe völlig aus dem Blick.
Bücher, die man nicht sehen kann, hören für einen auf zu existieren. Wann haben Sie zuletzt nach einem Buch gegriffen, dessen Rücken verdeckt war? Die meisten Menschen reagieren in solchen Momenten reflexartig – entweder kaufen sie ein neues Regal oder trennen sich von einem Teil ihrer Sammlung. Dabei gibt es einen dritten Weg, der deutlich günstiger und eleganter ist.
IKEA BEKVÄM: das Gewürzregal, das eine überfüllte Bibliothek rettet
Der unscheinbare Held dieser Geschichte ist das hölzerne Gewürzregal IKEA BEKVÄM. Es handelt sich um ein kompaktes Element aus Massivholz mit Maßen von etwa 40 × 10 × 9 cm. Ursprünglich für die Küche konzipiert, entdeckten Nutzerinnen und Nutzer es sehr schnell auch für andere Räume – und das aus gutem Grund.
Warum ausgerechnet dieses Holzstück? Erstens ist es erschwinglich – es kostet weniger als sieben Euro. Zweitens hat es eine schlichte, unauffällige Form, die im Wohnraum überhaupt nicht stört. Und drittens ist es kompakt genug, um bequem in den hinteren Bereich eines normalen Regalbretts zu passen.
Das BEKVÄM erhält von Nutzern durchweg hohe Bewertungen, gerade wegen seiner Vielseitigkeit – es funktioniert gleichermaßen gut in der Küche, im Badezimmer und im Wohnzimmer. Als improvisierter Sockel für eine zweite Bücherreihe entfaltet es diese Eigenschaft perfekt.
So wird das Gewürzregal zur Erhöhung für die zweite Bücherreihe
Das Prinzip ist genial einfach: Man schafft eine leichte Erhöhung im hinteren Bereich des Regalbretts, ohne das Gesamtbild des Regals zu beeinträchtigen. Die gesamte Vorbereitung dauert buchstäblich wenige Minuten.
Die Vorgehensweise ohne Bohren und ohne Komplikationen sieht so aus:
- Das BEKVÄM umdrehen, sodass die flache Seite oben liegt
- Das Element in den hinteren Teil des Regalbretts schieben und so nah wie möglich an die Rückwand drücken
- Es gerade ausrichten, damit es auf ganzer Länge aufliegt – das sorgt für Stabilität der gesamten Konstruktion
- Auf die erhöhte Fläche die hintere, erste Reihe Bücher stellen
- Die zweite Reihe dann ganz normal vorne direkt auf das Regalbrett stellen
Die hintere Reihe befindet sich dadurch einige Zentimeter höher. Die Buchrücken hinten ragen über die vordere Reihe hinaus und sind weiterhin lesbar. Genau das ist der entscheidende Moment – man verdoppelt realistisch die Anzahl der Titel in einem Regal, ohne dass es wie ein Lager wirkt.
Das Ergebnis? Zwei Reihen Bücher, sichtbar wie in einer Buchhandlung, nicht zusammengequetscht wie in einer Kiste im Keller. Das ist zugleich optisch ansprechender und praktischer als die klassische Anordnung.
Visueller Trick: Ordnung bei Formaten und ausreichend Luft für das Auge
Der Sockel allein reicht jedoch nicht, wenn auf dem Regal das Chaos verschiedener Höhen und Formate herrscht. Es lohnt sich, ein paar Minuten in eine durchdachte Anordnung der Sammlung zu investieren.
Taschenbücher sollte man zusammenfassen. Situationen, in denen große Bildbände eine Reihe kleiner Romane verdecken, sind unbedingt zu vermeiden. Idealerweise sollten die Höhenunterschiede innerhalb eines Regalabschnitts so gering wie möglich gehalten werden.
Gleichzeitig gilt: Das Regal nicht bis auf den letzten Zentimeter vollpacken. Etwa zwanzig Prozent freien Platz auf jeder Ebene zu lassen ist eine bewährte Faustregel – Bücher werden nicht gequetscht, Rücken stehen nicht unter konstantem Druck, und Einbände beschädigen sich deutlich weniger. Das gesamte Wohnzimmer wirkt dadurch eleganter und bewusster gestaltet.
Sicherheit, Stabilität und Pflege des so eingerichteten Regals
Jede Veränderung der Bücheranordnung beeinflusst die Gesamtbelastung des Möbelstücks. Bevor das Regalbrett die volle Ladung Bände erhält, sollte man einen schnellen Stabilitätstest durchführen.
Nach dem Platzieren des BEKVÄMs am hinteren Rand des Bretts legt man einige Bücher darauf. Dann nimmt man sanft ein oder zwei Bücher heraus und beobachtet, ob sich der Sockel verschiebt. Wenn er rutscht, genügt es, kleine Gummi-Antirutschpads auf die Unterseite zu kleben – das Problem ist sofort gelöst.
Auch an das Regal selbst sollte man denken. Möbelhersteller, einschließlich IKEA, empfehlen, höhere Möbelstücke an der Wand zu befestigen. Das gilt umso mehr dort, wo Regalbretter schwere, vollständige Bücherreihen tragen. Eine einfache Wandverankerung reduziert das Umkipprisiko der gesamten Konstruktion erheblich.
Bücher vertragen extreme Bedingungen generell schlecht. Den Bücherschrank direkt neben einem Heizkörper oder unter einem Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung aufzustellen, sollte man vermeiden. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen vierzig und sechzig Prozent – bei diesen Werten vergilben die Seiten deutlich langsamer.
Eine kurze Pflegeroutine einmal pro Woche ist völlig ausreichend. Ein paar Minuten zum Geraderücken der Reihen und Abstauben reichen aus, damit das Wohnzimmerregal ordentlich und bewusst gestaltet wirkt – und nicht wie ein überfülltes Lager.
Für wen dieser Trick besonders nützlich ist
Die BEKVÄM-Methode hilft vor allem denjenigen, die Bücher lieben, aber keine weiteren Möbel in ihrer Wohnung aufstellen möchten. Sie eignet sich für mehrere typische Situationen.
Besitzer kleiner Wohnungen, wo jeder Wandmeter buchstäblich Gold wert ist, werden diesen Ansatz am meisten schätzen. Wohnzimmer mit einem großen Regal, das schon längst aus allen Nähten platzt, gewinnen dadurch neuen Spielraum. Familien, in denen sich Bücher schnell ansammeln – von Schulbüchern bis zu Fachhandbüchern – finden endlich ausreichend Platz für die gesamte Sammlung.
Besonders gut funktioniert es auch für Mieter, die keine weiteren Regale in die Wände bohren wollen oder dürfen. Ein großer Pluspunkt ist die vollständige Reversibilität der gesamten Lösung. Wenn die Anordnung irgendwann nicht mehr gefällt oder das Wohnzimmer anders eingerichtet werden soll, lassen sich die kleinen Regalelemente einfach herausnehmen. Kein Bohren, keine dauerhaften Eingriffe am Möbelstück, keine Kürzungen von Elementen.
Wie man aus dieser Methode das Maximum herausholt
Nach dem Aufbau der zwei Bücherreihen nutzen viele Menschen die Gelegenheit als Impuls zur umfassenderen Neuorganisation ihrer Sammlung. Das ist eine gute Idee – es ist der ideale Moment, die Kollektion durchzugehen und Titel so zu platzieren, dass der tägliche Gebrauch so komfortabel wie möglich wird.
Die am häufigsten gelesenen Bücher gehören in die vordere Reihe auf Augenhöhe. Weniger genutzte Bände kommen in die hintere Reihe oder auf höhere Regalbretter. Bücher zum gleichen Thema sollten in einem Abschnitt zusammengefasst werden – so findet man sie auch in Eile schnell.
Organisationsexperten empfehlen die sogenannte Drei-Kategorien-Regel. Bücher werden nach Nutzungshäufigkeit in aktive, gelegentliche und archivarische Titel eingeteilt. Aktive Bücher gehören nach vorne und auf Augenhöhe, archivarische ruhig nach hinten und nach oben.
Bei dieser Gelegenheit lohnt es sich auch, über andere Gegenstände in der Wohnung nachzudenken. Kleine, günstige Accessoires, die für eine bestimmte Funktion entworfen wurden, bewähren sich überraschend oft auch an völlig anderen Orten. Ein Gewürzregal kann als Sockel für Bücher im Wohnzimmer dienen, als Kosmetikleiste im Badezimmer oder als Miniablage für Zimmerpflanzen.
Diese Denkweise erleichtert eine bessere Raumnutzung ohne kostspielige Umbauten und den Austausch der gesamten Einrichtung. Es braucht nur ein bisschen Kreativität und die Bereitschaft, mit gewöhnlichen Gegenständen zu experimentieren. Innenarchitekten betonen immer wieder, dass die besten Lösungen oft die einfachsten sind. Man braucht kein Designerregal für mehrere Tausend Euro, wenn ein kleines Holzregal für wenige Euro das Problem genauso effektiv löst.













