Nach drei Jahren ist es vorbei: Elektroauto-Marke verabschiedet sich nach großem Fiasko

Extrem schwache Verkaufszahlen stehen hinter dieser Entscheidung.

Eine neue Elektroauto-Marke zu kaufen ist für die meisten Familien eine weitreichende Entscheidung – eine, die man nicht von heute auf morgen trifft.

Das gilt erst recht, wenn man vom Verbrenner auf ein Elektrofahrzeug umsteigen möchte.

Derzeit tobt auf dem Automarkt ein erbitterter Preiskampf, bei dem massive Rabatte nahezu täglich für Schlagzeilen sorgen.

Dieser harte Wettbewerb macht es neuen Anbietern besonders schwer, das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen – selbst dann, wenn sie mit außergewöhnlicher Reichweite locken.

Showroom in Oslo schließt die Türen

Die amerikanische Elektroauto-Marke Lucid hat nun entschieden, ihr exklusives Showroom in Oslo zu schließen.

Die ursprüngliche Strategie war es, Tesla direkt auf dem norwegischen Markt herauszufordern – einem Land, in dem im Jahr 2025 ganze 95,9 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge Elektroautos waren.

Die hochgesteckten Erwartungen wurden jedoch bei Weitem nicht erfüllt. In drei Jahren gelang es der Marke lediglich, 31 Fahrzeuge zu verkaufen.

Beim näheren Blick auf die Zahlen wird das Bild noch ernüchternder.

Laut Branchenberichten gehen 17 der registrierten Fahrzeuge auf das Konto des Unternehmens selbst – das bedeutet, dass nur gerade einmal 14 Autos tatsächlich bei echten Kunden gelandet sind.

Dieses Scheitern ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass der Lucid Air bis zu 1.200 PS und eine Reichweite von über 900 Kilometern bietet.

Der Preis dürfte für die meisten Interessenten allerdings eine unüberwindbare Hürde gewesen sein: Ein Lucid schlug mit knapp 1,6 Millionen schwedischen Kronen zu Buche.

Hoffnungen auf die Zukunft

Der Rückzug aus dem norwegischen Markt ist dabei noch das geringste Problem des Unternehmens – verglichen mit seinen tiefgreifenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Lucid wird derzeit ausschließlich durch massive Kapitalzuflüsse des saudischen staatlichen Investitionsfonds am Leben gehalten.

Ohne diesen scheinbar unerschöpflichen Geldspeicher wäre der Autohersteller aller Wahrscheinlichkeit nach längst insolvent.

Alle Hoffnungen richten sich nun auf das neue Luxusmodell Gravity, mit dem das Management die Trendwende einleiten will.

Author

  • Anja Klein ist eine professionelle Journalistin und Fotografin, die ihr Hobby zu einem groß angelegten Medienprojekt ausgebaut hat. Sie kaufte einen typischen deutschen „Klassischen Schrebergarten“ (ein kleines Mietgrundstück innerhalb der Stadtgrenzen) und dokumentiert seitdem jeden Schritt seiner Umgestaltung. Ihr Blog vereint visuelle Inspiration mit akribischer Praxis.

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